Jan Thomas ist 1970 geboren und hat im Jahr 2001, an der Hochschule für Kunst und Design in Halle, bei Prof. Bernd Göbel seinen Meisterschülerabschluss gemacht.

Die Ausstellung bodycharmers ist seine erste Einzelausstellung in Berlin und wird eine repräsentative Auswahl der Skulpturen vorstellen, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind. Thomas arbeitet als Bildhauer fast ausschließlich in Holz. Seine bis zu lebensgroßen Figuren entstehen in Gruppen, die durch thematische Klammern zusammengehalten werden.

In seiner Figurengruppe, mit der er Meisterschüler wurde Szenario: urban jungel sind Menschen dargestellt, die unlöslich mit technischen Elementen oder Maschinen verbunden sind. Ob der Mensch der Maschine entwachsen ist, oder umgekehrt aus dem Menschen technische und teilweise architektonische Gebilde entspringen, ist nicht zu sagen.

Die Ausstellung im room for contemporary sculpture wird u. a. die Figurengruppe bodycharmers vorstellen. Hier finden sich Figuren, die mit stoischer Erhabenheit und Ruhe riesige Organe, als wären diese Attribute menschlicher Würde, vor ihren Körpern tragen. Einer Figur entspringt ein Tierkopf, eine andere trägt behutsam ein Menschlein.

Das dritte Jahrtausend wird durch eine internationale Debatte um gültige Werte in Themenbereichen des menschlichen Genoms, von Embryonen, Stammzellen und Patenten bestimmt.

Thomas äußert sich in seinen Skulpturen zu wissenschaftlich-technischen Themen, die gesellschaftlich brisant sind und unser Sehen entscheidend beeinflusst haben. Er stellt sich Themen wie z.B. der embryonalen Würde oder dem Klonen und Transplantieren von Organen, Tieren oder Menschen. Seine bildnerischen Motive sind in diesem Jahrtausend nicht mehr auf reine Künstlerphantasie beschränkt, sondern sie beziehen sich auf das reale Umfeld der technischen Variante des modernen Schöpfungsaktes und nähern sich dem Status quo naturwissenschaftlicher Experimente an.

Als bildender Künstler beteiligt Thomas sich nicht unmittelbar an der wissenschaftlichen und politischen Debatte sondern entwickelt mit künstlerischen Mitteln eine poetische Dimension und schafft so neue Zugänge zur Thematik. Er begibt sich gekonnt auf eine spannende Gratwanderung zwischen thematischer Vermittlung und künstlerisch-ästhetischen Aussagen, die aus einer Auseinandersetzung mit tradierten Werten der Skulptur entwachsen.

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor:

Jan Thomas
bodycharmers
Holzplastik 2000-2002
Text: Prof. Thomas Rug, Halle
Hrsg.: Stiftung Burg Kniphausen, 2002