Ausstellung Fountain


Zur Eröffnung der Ausstellung wird die Künstlerin eine etwa 1 stündige Performance im Galerieraum zeigen.

In der Performance "Fountain" sieht der Betrachter eine lebende Brunnenskulptur. Das aus 70 Urin Beuteln zusammengesetzte Kleid ist mit Wasser gefüllt. Durch Dosierventile an den Beuteln nimmt die Performerin Einfluss auf die Art und Weise, die Geschwindigkeit und die Richtung des abfließenden Wassers. Je mehr Wasser entrinnt, desto deutlicher kommt der Widerspruch zwischen der verschleierten Weiblichkeit und der Männlichkeit, die durch das Wasser ablassen symbolisiert wird, zum Vorschein. In dieser stilisierten Ausdrucks-weise wird ein Grundkonflikt des menschlichen Lebens thematisiert, der die Frage nach der Verbindung von Macht und Tabu behandelt.

Dann wird der Raum verlassen, die Utensilien der Performance verbleiben am Ort des Geschehens und werden zur Installation.

Im Vorfeld der Ausstellung wurde die Performance an zwei sehr unterschiedlichen öffentlichen Orten Berlins aufgeführt und doku-mentiert: in der Geschäftshauslobby der Königsstadt Terrassen, Berlin Prenzlauerberg und im Sternfoyer der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz, Berlin Mitte.
In ihrer achiktektonischen Sprache sind diese Orte sehr gegen-sätzlich: der Eine — klare Linien, rechte Winkel, kühle blau lackierte Wände und Sandsteinfließen. Der Andere — Architektur der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, Eleganz und Pomp um das Volk zu erbauen.
Es sind gleichzeitig Orte mit kontrastierenden gesellschaftlichen Philosophien: an Einem wird der junge Kapitalismus trotz Krise praktiziert am Anderen hingegen, im Theater des Volkes dient die Reminizienz als Basis der Provokation. Die zwei Fotoserien Fountain 'pomp' und Fountain 'blau' spiegeln die Durchdringung von Ort und Kunst.