| Ein naturalistisch, perfekt geformtes Pferd aus Pappmache steht auf einem Sockel. Klassisches Repertoire in der Tradition des Repräsentations- und Denkmalkultes klingt an, möglicher Pathos wird jedoch sofort durch den gewählten Materialmix gebrochen. Die Bestandteile des skulpturalen Ensembles scheinen zufällig zusammengestellt, sind des aber nicht. Das Arrangement der Zufälligkeit ist behutsam ausgeführt. Balance wird so gekonnt inszeniert, das ihr Counterpart - Instabililtaet - in der Arbeit zum bildnerischen Thema wird. Auf dem Rücken des Pferdes steht ein Glas Wasser. Es scheint gerade abgestellt, ist jedoch extrem kalkulierter Akzent und Höhepunkt der skulpturalen Einheit. Die der Arbeit innewohnende Labilität wird durch ein banales Element, das einer aktiven Geste gleichkommt, formal auf den Punkt gebracht. Eine ausgewogene Komposition, die der Ablenkung bedarf um seine dauerhafte und stabile Bedeutung zu beweisen. Auf dem Boden-in diagonaler Position zum gefüllten Wasserglas ist ein TV plaziert, auf dem TV-Monitor läuft ein von Ort und Zeit abhängiges Programm. Der standardisierte Apparat mit seinem Fernsehflimmern begegnet dem Betrachter mit seiner Rückansicht - Alltägliches wird in ungewohnter Sicht zur Schau gestellt. Der Künstler bedient sich einer gescheiten Doppelung. |
| Eine Wandinstallation besteht aus einem kleinem Ventilator, der Luft durch einen Pappkanal treibt, an dessen Ende die reale Erscheinung, Luft metaphorisch markiert wird. |
| Nicht körperliche jedoch spürbare und aus Objektkonstellation erwachsene, paradoxe Momente sind Implus für die Arbeiten von Volker Tiemann. Der Künstler bildet d.h skulptiert Zustände, die nicht greifbar, jedoch erfahrbar sind. |
| Aktionen sind gerade in den spannenden Momente flüchtig, sie sind prägend für die Handlung, markieren das Wesentliche, sind jedoch oft zu kurz um greifbar zu sein. In einer Fotoserie wirft der Bildhauer Volker Tiemann Gegenstände in die Luft oder richtet seinen Blick auf dramatische Details. Durch die Auswahl der geworfenen Gegenstände kommt er in seinen künstlerischen Dokumenten zu einer eingefrorenen Situationskomik. |