die australische Künstlerin Louise Paramor trat im Jahr 2000 mit ihrer Abschlussausstellung "Lustgarten" des internationalen Künstlerstipendendium Bethaniens mit riesigen, lampionartigen Papierobjekten in das Bewusstsein der international involvierten Kunstszene Berlins. Das Thema damals: opulente, faszinierend plastische Scheinwelten. Material und Technik gehörten schon immer zum künstlerisch Denken Paramors, gleichberechtigt neben der konzeptuellen Verbindung von alttäglichen, pseudo-ästhetischen Klischees der "low-culture" kontrastiert mit " high-culture" Idealen und Standards der musealen Präsentation.

Die riesigen papierenen Barockschönheiten verwandelten sich schrittweise in stark konzeptuelle Installationen, in deren Mittelpunkt erotische Bilderwelten standen, deren populäre, ikonenartigen, für den täglichen privaten Gebrauch bestimmte Motive und Eigenschaften dem ästhetischen Geschmack und Moralanspruch gebildeten Kunstliebhabern konträr gegenüber zu stehen schienen. In der zweiten Soloausstellung in der Galerie "The Love Artist" 2002 parallelisierte Paramor nackte Schönheiten und romantisches tète a tète auf riesigen Badehandtüchern mit der unendlichen Wiederholung der Coverwelt von Mills and Boon Pfennigromanen.

"..when she constructs decorative environments drawing on corner -shop imagery, Paramor actually offers a glimpse into her subconscious, and not least ours. Hers longing for a perfect world, yet a longing informed by the intuition that sweet utopia is just a step short of plain kitsch. Thus, in unearthing the artist's personal affections, her constructions manage to unravel stereotypical underpinnings of social representations at large."

Boris Kremer , Curator of the International Studio Programme at the Künstlerhaus Bethanien in Berlin

Als transkontinentale Künstlerpersönlichkeit pendelt Paramor zwischen Europa, Asien und Australien. Nun direkt aus Singapore kommend, wo sie für die letzten Monate artist in residence bei artlink war, wird sie in ihrer dritten Ausstellung in der Galerie eine ganz neue Werkgruppe " Couples" vorstellen. Es handelt sich um Collagen, deren Motive weiterhin von Mills & Boon Romanen stammen. Bereits im vergangenen Jahr, bevor Sie nach Australien ausreiste, begann sie die Serie der "Girls": riesige Papiercollagen, von reich und bunt lackierten, sich wellenden und doch plastisch erstarrten Farbflächen, unterschiedliche Frauentypen in Magazincoverstil darstellend. Während Paramor in den Ausstellungen "The Love Artist", Berlin, "Outback Heat", Langenhagen, und "Heart-On", Melbourne den Schwerpunkt auf vorhandene, bereits in kompletter Materialität präsente Objekte legte, kehrt sie nun wieder zum Material Papier zurück und schafft Kunstwerke, deren Charakter durch handwerkliche Verwandlung völlig neue, physisch präsente Qualitäten aufweisen.

"Even though the collages are 2-dimesional they are still very much like constructions - they have a very physical presence and are very tactile.
Also, as The are interpretations of the Mills and Boon book covers The make alot of sense after "The Love Artist".. I would also like to make sculptural presentation of the "off cuts" I don't know how exactly, but I think this stuff is very rich and will bring the whole process of making to the viewer and create a very dynamic sculptural space.

Louise Paramor