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Nandor Angstenberger, ein sehr großer junger Mann, steht in einem leeren Raum und fügt idealen mathematischen Verstrebungs-gesetzen folgend Wattestäbchen an Wattestäbchen bis aus scheinbar Millionen von Teilen der Raum wie ein riesiger Schnee-kristall zugefroren scheint. Man tritt in eine Geschäftshauslobby, in deren Mittelpunkt zwei vergessene und umgefallene Möbel-stücke wie von einem Schmetterlingskokon umgeben und mit dem Raum verschmolzen sind: ein unendlich langer Faden, der immer wieder an Punkte zurück geführt wird dient Angstenberger als Mittel. Angstenberger stammt aus Novi Sad, eine Stadt im heutigen Rest-Jugoslawien. Er verfolgte, in Hamburg studierend, via TV, wie seine Heimatstadt und mit ihr seine Lieblingsbrücke zerstört wurde. Ob man es vor diesem Hintergrund als politisch verstehen muss, wenn er sagt, daß er die Motivation seiner künstlerischen Schöpferkraft in dem Willen sieht Träume zu erhalten, bleibt offen. Doch gelingt es ihm, den Betrachter durch das geschickte Verbinden von Makro-kosmos und Mikrokosmos in den Bann seiner Objekte und Installationen zu ziehen. In der Ausstellung wird der riesige Roboter "Robin" den kleinen Ausstellungsraum beherrschen. Hat man sich der modernen Verkörperung der Computerkultur genährt, traut man seinen Augen nicht. Aus unendlich vielen kleinen Fundstücken sind phantastische, kleine Welten geschaffen. Man neigt dazu an einen riesigen Bienenstock zu denken, denn Fleiß scheint mit Handwerklichkeit und architektonischer Schaffenskraft gepaart. Angstenberger eine wilder und energiegeladenen Architekt aus Guilivers Reisen entsprungen? Prinzen gibt es in der literarischen Vorlage nicht, doch Schlösser im Repertoire Angstenbergers. Schlossherren und Genius besessene Schlosserbauer gibt es in unserer Kultur schon viele, doch umweltbewusste Recycling Freaks gehören eigentlich eher in ein anderes Lager Mensch. Angstenbergers Kunstwerke sind durch die vielen ihnen immanenten Gegensätze spannend und bestechen durch besessene Akribie und plastische Phantasie. |