Eröffnung am Donnerstag, den 3.3.2005, um 19.30 Uhr
es spricht: Dr. Angela Lammert, Akademie der Künste

Mit dem Titel “zwischen oben und unten’’ wird die vierte Einzelausstellung des Künstlers Friedemann Grieshaber in der Galerie breitengraser – room for contemporary sculpture eröffnet.

Grieshaber arbeitet seit 6 Jahren fast ausschlie?lich mit Beton. Kleinere Objekte werden in Eisen oder Bronze gegossen.

Grieshabers Motive sind zum einen direkt der Architektur entnommen: Häuser; oder sie verbinden die Formen der Architektur mit der menschlichen Figur: Stelen. Grieshaber bildet Urformen, die sich aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang entfernen oder entlehnt werden.

Das Haus hat eine Form, die durch einfache klare Elemente unverkennbar ist. Seine Bedeutung etwas zu behausen, ist jedoch in der Kunst auf einer anderen Ebene immanent. Häuser bei Grieshaber beinhalten Gedanken oder Ideen und stehen damit dem Menschen in seiner immateriellen Form sehr nah. Zeichen, die allein symbolisieren. Es sind keine Räume, denn sie sind hermetisch geschlossen, sondern sie sind Körper oder Wesen, die mit den sie umgebenen Räumen in Verbindung treten um Erwartungen im gewohnten Sinn brechen.

In seinen Stelen wird Grieshaber abstrakter. Er findet Formeln und komponiert die Vertikale in ihren plastischen Möglichkeiten. Auch hier tauchen immer wieder architektonische Spuren oder Fragmente auf, die der fortwährenden Anwesenheit der Zivilisation gedenken. Das Archaische der gebildeten Form ist ein Ideal eines hoch entwickelten Kunstanspruchs. Grieshabers einfache Formen sind Ergebnisse einer sublimen künstlerischen Disziplin.

Egal was wir Menschen in die Welt stellen, es wird sich zwischen dem Himmel, dem Unerreichbaren, dem maximal Optimalen und der Basis, dem Anfang, dem einfach Minimalen abspielen. Mit genügend Distanz erscheint die Quantität des „zwischen oben und unten“ wie eine schmale Linie, auf welche wir immer wieder neue Zeichen, relevante Qualitäten und kunstvolle Repräsentanten unserer Existenz schreiben.