| Frank Wegner, Die Welt, 25.01.02 |
| In der Galerie Breitengraser |
|
Archaisch stehen sie da, sich gegenüber. Die lebensgroße Janusfigur auf der einen, die Figur mit Zikade auf der anderen Seite. Sie scheinen sich anzuschauen, ja zu fixieren. Aber die Augen sind geschlossen. Die Janusfigur aus farbigem Holz mit einem weißen und einem schwarzen Gesicht verrät Züge ihres Schöpfers. Nikolai von Magnus ist ein junger Bildhauer der sich der Figur verschrieben hat. Menschliche Züge verbindet er mit symbolischen Nuancen, auch scheinbar nicht dazu passenden Fundstücken (Figur mit Glas). Weder eindeutig in Mimik und Geschlecht - außer die schöne Bronzefrau mit Kleid - lassen die Skulpturen den Betrachter genügend Freiraum zum Deuten. Eines indes ist allen gemein: große Erhabenheit. Ob aus Holz oder Marmor, Bronze oder Gips. Dem jungen Meisterschüler gelingt es in seiner ersten Einzelausstellung (!), ein harmonierendes Figurenensemble zu komponieren, ohne dabei die Wirkung des Einzelnen zu schmälern. |