| Manuela Lindt, Artery - Der Kunstführer, März/April 2002 |
| Außereuropäische Künstler in Berlin |
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Das Markenzeichen der Australierin Louise Paramor sind knallbunte, riesige Papier-Skulpturen, hergestellt in der sogenannten honey-comp-paper Technik, die an überdimensionale Party-Ghirlanden oder Faltlampions erinnern. Die 1964b in Sydney geborene Künstlerin bedient sich einer internationalen künstlerischen Sprache, die wenig exotisch anmutet. Ihre Arbeiten sind im Zwischenbereich von Trash, Kitsch und Popkunst angesiedelt. Theatralisch inszeniert Louise Paramor Räume unterschiedlichster Epochen mit ihren unverfrorenen übertriebenen Dekorationen. Nichts weist auf den ersten Blick darauf hin, dass die Künstlerin aus Australien stammt, einem Kontinent der hierzulande gerade negative Schlagzeilen in den Medien macht: Feuerkatastrophe, inhumane Flüchtlingslager mitten in der süd-australischen Wüste oder der Umgang mit dem kulturellen Erbe der Aborigines, den Ureinwohnern des Inselkontinents, bestimmen unser gegenwärtiges Bild von australien. Im Mai 1999 kam Louise Paramor nach Berlin, um für ein Jahr im Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg im Rahmen des internationalen Atelierprogrammes zu arbeiten. Im Gegensatz zur kulturellen Enge ihres Heimatlandes empfindet Louise Paramor Berlin als "vibrierende", aufgeschlossene Metropole, besonders im Hinblick auf ihr künstlerisches Schaffen. Mittlerweile hat die Künstlerin ein dauerhaftes Domizil in der Spreemetropole gefunden, die Wohnung ist zugleich Atelier. Den Lebensunterhalt sichern weiterhin Stipendien und Preise, weniger Kunstverkäufe. Auch aus diesem Grund behält Louise Paramor ein zweites Standbein in Australien, um dortige Kontakte zu nutzen. In Berlin wurde die Galeristin Andrea Breitengraser auf die Stipendiatin des Künstlerhauses Bethanien aufmerksam und richtete im Herbst 2000 eine Einzelausstellung von Louise Paramor aus. Das Debüt in der Galerie "breitengraser - room for contemporary sculpture" war zugleich Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit. Im März bis April 2002 werden neue Arbeiten von Paramor bei breitengraser gezeigt. |