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In einer Zeit, da alles erlaubt ist, jede Verquollenheit und jeder Splitter
zu Philosophie und Kunst erhoben werden, scheint es aussichtslos, wider
den Stachel zu löcken oder gegen den Strich zu bürsten. Der junge Amerikaner
Philip Simmons, der erst Englische Literatur, dann Architektur und Design
und endlich Bildende Kunst studierte, zuletzt in Hannover und an der Berliner
UdK, wagt den Versuch dennoch.
"Against the Grain" heißt die Ausstellung, die er jetzt bei "Breitengraser
- room for contemprory sculpture" zeigt. Er gibt seinen Arbeiten eine
einzige Funktion, die der Schönheit. Und weil das auch der einzige Nutzen
seiner Objekte sein soll, baut er sie aus an sich nützlichen Materialien,
wie Fußbodenbelag oder Lack, und enthebt sie so ihrer eigentlichen Aufgabe.
Sie haben nur noch Struktur und Ästhetik. In den Formen der Objekte, die
Simmons baut, greift er auf Design-Elemente zurück, verändert und variiert
sie aber so gegen den "natürlichen" Wuchs, dass reine Formspiele entstehen.
Seine "Lion-Types" haben mit nichts Ähnlichkeit, erinnern bestenfalls
an Figur gewordene Kurvenlineale oder Notenschlüssel. In einer zweiten
Werkgruppe behält er die clean glatten Oberflächen bei, gibt den Objekten
allerdings konkrete Formen. So ein stilisiertes Skelett in der Hommage
an Giacometti "WWTC" (Woman With the Throat Cut). So ist das alles, hier
etwas konkreter, da einmal abstrakter, ein Ausloten der Grenzen und der
möglichen Schnittmengen von Kunst und Formgestaltung. 1200 bis 3500 Euro.
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